CHECKLISTE VOR DEM KAUF EINES CHAMÄLEON

1. Schildkrötensubstrat
2. Sahara Spielsand
3. Pflanzen
4. Haselbaumäste & Korkenzieher Haselbaumäste
5. Korkeiche
6. Kokosschnur (Meterware als Matte)
7. Automatische Regenanlage via WIFI Magnetventil und Reduzierung auf 6 mm Polyurethanschlauch mit Pneumatikverbinder und Sprühdüsen oder mit Regenanlage namhafter Hersteller.
8. Drucksprühflasche und mindestens 4x täglich gründlich die Blätter einsprühen.
8. Digitales Thermo /Hygrometer
9. Terrarium
10. Terrarium-Beleuchtung (HID + Basking Spot oder bei Compact-Top halb und halb von Tageslichtlampen und UVB Lampen + Basking Spot.
11. Bei Weibchen ein 10l Eimer mit abgerundeten Ecken. Gefüllt mit feuchtem Sahara Spielsand bis 10 cm unter Oberkante. (Griff entfernen)

Als Interior nehme ich herkömmliche Haselbaumäste. Ich finde Sie an Feldrändern und zwischen den Feldern. Haselnussbaum wirkt antiseptisch und geben einen sehr guten Halt für die Krallen des Chamäleons. Die Äste lassen sich im frischen Zustand am besten biegen. Korkenzieherhasel-Nussbaum ist eine gezüchtete Abwandlung, die bei Nachbarn im Vorgarten wächst. Sie unterscheiden sich lediglich in der Form. Während die herkömmlichen Hasel-Äste gerade wachsen, wachsen die Korkenzieher verdreht. Beide Arten nehme ich in dünnerer Form, so dass das Chamäleon die Äste umgreifen kann. Ich bearbeite die Äste später mit einem Cutter-Messer und entferne alle Astknubbel. Als dritte Ast-art greife ich auf die Korkeiche zurück. Kork bietet allen Chamäleons auch bei größerem Durchmesser sehr guten halt mit ihren Krallen. Alle Äste auch die Korkeiche aus dem Fachgeschäft wird gründlich mit heißem Wasser ohne Zusatz von Reinigungsmittel abgewaschen.

Für das Verbinden der einzelnen Äste nehme ich Kokosschnur, die ich als Matte kaufe und zu Schnüren auseinanderziehe. Ich schneide mir ausreichend lange Schnüre. Später verknote ich die Äste zu einem Gestell, so dass ich bei einer jährlichen Erneuerung des Bodengrunds, es einfacher habe und das Gestell durch die Türen rausheben kann. (Bei einer Reinigung des Glasterrarium müssen ohnehin mal die Scheiben von Kalk befreit werden und da muss das Tier vorrübergehend an einem anderen sicheren Ort, um sich damit vollends damit zu beschäftigen.)
Jetzt kommt aber erstmal der Bodengrund. In einem Plastikkübel mische ich Schildkrötensubstrat zu gleichen Teilen mit Sahara Spielsand. Genau so viel, dass jetzt eine 7-10 cm hohe Schicht im Terrarium ausfüllen kann. An den Stellen, wo die Bepflanzung etwas üppiger wird, gestalte ich eine deutliche Erhöhung, damit die Pflanzen auch guten Halt haben. Darüber platziere ich später auch die Düse/Düsen für die Regenanlage. (Verwenden Sie in Ihren Substraten keine Steine. Chamäleons fressen kleine Steine und verenden ohne Hilfe qualvoll).

Als Bepflanzung nehme ich gerne Schefflera, Goldfruchtpalme, Ficus Benjamin und auch Schusterpalme. Meine gekauften Pflanzen drücke ich aus den Pflanztöpfen und entferne die Erde so gut es geht per Hand. Die Erde ist für das Terrarium unbrauchbar. Sie enthält immer Dünger. Aus diesem Grund brausen wir die Wurzen gründlich ab und befreien sie von dem Rest der Erde. Jetzt widme ich meine Zeit dem Gestell. Ich verzurre die Äste so zusammen, dass keine Äste im direkten Sprühbereich der Düsen liegen, denn hier kommen im Anschluss die Pflanzen hin. Das Gestell sollte den Innenraum des Terrariums gut ausfüllen, damit das Chamäleon auch tatsächlich etwas von dem angepassten Terrarium hat. (Es macht keinen Sinn, das Terrarium zu berechnen, jedoch nur einen oder wenige Klettermöglichkeiten für das Chamäleon zu schaffen). Beginnend mit mindestens zwei Korkeiche-Ästen, als Pfeiler baue ich den Rest herum.

Falls Sie ein Terrarium für ein Weibchen bauen, muss noch so viel Platz sein, um bei Eiablage einen Eimer reinzustellen. (Unabhängig, ob eine Verpaarung mit einem Männchen stattfindet oder nicht. Das Chamäleon-Weibchen legt im Adulten Alter. 1-2-mal im Jahr ihre Eier ab. Kann sie das nicht, geriet sie ihn Lege-Not und stirbt ohne Hilfe qualvoll. Eine Ausnahme bilden lebendgebärende Arten wie z.B. Trioceros Jacksonii Willengensis. Aber keine Panik, die Weibchen kündigen es vorher an. Sie laufen einige Tag umher und buddeln an den Rändern des Terrariums. Es bleibt dann genügend Zeit, einen Eimer mit mittelfeuchten Sand, der auf normale Zimmertemperatur ist, dort reinzustellen).

Nachfolgend ein Terrarium mit viel Korkeiche. In diesem Fall für ein Weibchen, das auf Grund des Alters nicht mehr so sicher unterwegs ist und nun waagerechte, dicke Äste, aus Korkeiche bevorzugt. Ebenfalls der Eimer aus Sand, der reingestellt wird, wenn das Weibchen beginnt in den Ecken des Terrariums zu buddeln um in den nächsten Wochen die Eier abzulegen (unbefruchtet).

Das Terrarium für ein Chamäleon wird vorab berechnet. Formel: 4 x 2,5 x 4-fache Kopf-Rumpf-Länge (KRL). Gemessen von Nasenspitze bis Kloake. Beim Dreihornchamäleon ab längste Hornspitze. Das steht dem Tier zu und wird nicht unterschritten.
Beispiel: Das erwachsene Männchen des Regenbogen-Dreihornchamäleon, hat zwei Preorbital-Hörner und ein Rostral-Horn. Meistens ist das Rostral-Horn länger. Die KRL misst sich jetzt vom längsten Horn bis hinten zur Kloake. Bei einem adulten Männchen ergeben sich ca. 15 cm.

Die Rechenformel fürs Terrarium:
4 x 15 cm = 60 cm für die Breite
2,5 x 15 cm = 37,5 cm für die Tiefe
4 x 15 cm = 60 cm für die Höhe

Das Breiten-Maß ist bis zum Tiefen-Maß variabel. Es darf in der Breite folglich das Maß der Tiefe betragen. Dann muss allerdings der fehlende Raum auf die Höhe addiert werden. Ist es dann also nur 37,5 cm breit, müssen die fehlenden 22,5 cm auf die Höhe gerechnet werden und es ergibt dann 82,5 cm als Höhen- Maß.
Beispiel Pantherchamäleon Männchen: Es erreicht eine KRL von ca. 17-18 cm
4 x 18 cm = 72 cm für die Breite
2,5 x 18 cm = 45 cm für die Tiefe
4 x 18 cm = 72 cm die Höhe

hat die Breite nur das erlaubte Maß der Variable von 45 cm ergibt sich ein Höhen-Maß von 99 cm. Lebt dauerhaft ein weiteres Chamäleon im Terrarium, muss das Volumen um 20% erhöht werden.
86,4 cm für die Breite
54 cm für die Tiefe
86, 4 cm für die Höhe

Immer sind die Abstände der Lampenhersteller zu beachten. Auf den Kartonagen stehen die Herstellerangaben. UVA/UVB Strahlung ist wichtig, jedoch muss hier der UV-Index für das entsprechende Chamäleon berücksichtigt werden.
Während ein Trioceros Jacksonii in der Ferguson Zone III liegt und einen UV-Index von ca. 3 auf dem obersten Ast benötigt, liegt ein Pantherchamäleon in der Ferguson Zone III-IV und sollte somit auf den obersten Ast einen UV-Index von ca. 6-8 bekommen. Da reden wir vom adulten Tier mit einer recht gut geschützten Epidermis und Corium. Bei Jungtieren ist das schon zu viel UV und das Chamäleon bekommt UV-Verbrennungen. Ihren Anfang nehmen sie in Form von kleinen schwarzen Flecken. Fast unbemerkt und sie werden in Windes Eile großflächig. Bei letzterem ist der Überlebenszustand kritisch.

Im Gegensatz zu HQI und HID Lampen mit Vorschaltgerät, sind bei Leuchtstoffröhren oder Kompaktlampen die Lichtquellen getrennt. Hier werden neben UVA/UVB noch Tageslichtlampen benötigt. In jedem Fall werden alle Lampen außerhalb des Terrariums untergebracht.
Zudem kommt noch der Sonnenplatz, der aus einem Basking Spot besteht und ausreichend Tageslichtlampen

Pantherchamäleons brauchen über den Tag 28°, Jacksonii Chamäleons 26° (auf dem obersten Ästen) bei einer Luftfeuchtigkeit von 60-70%. Ein Digitales Thermo /Hygrometer ist dabei meine erste Wahl.

Während jeder kleinsten Arbeit und Umbauaktionen befindet sich das Chamäleon außerhalb an einem sicheren Ort.